Mark Twain and Freemasonry: An Unnoticed Chapter

Mark Twain und die Freimaurerei: Ein unbeachtetes Kapitel

Als einer der bekanntesten und beliebtesten Schriftsteller aller Zeiten bleibt Mark Twain (eigentlich Samuel Langhorne Clemens) eine Figur des Interesses und der Bewunderung. Seit dem 19. Jahrhundert haben seine Werke wie „Die Abenteuer von Tom Sawyer“ und „Die Abenteuer von Huckleberry Finn“ Generationen von Lesern überlebt und sind weiterhin wesentliche Elemente des amerikanischen literarischen Kanons. Doch ein oftmals übersehenes Kapitel im Leben Twains ist seine Beziehung zur Freimaurerei, die nicht nur seine persönlichen Ansichten und Erfahrungen, sondern auch seine literarischen Werke beeinflusste. 

Mark Twain trat der Freimaurerei im Jahr 1861 bei und blieb für den Großteil seines Lebens ein aktives Mitglied. Dieser Aspekt seines Lebens liefert einen faszinierenden Blick auf die Art und Weise, wie er die universellen Ideen von Brüderlichkeit, Moral und Humanität, die im Kern der freimaurerischen Philosophie stehen, betrachtete und in seine Schriften einfließen ließ. 

„In Twains Werk findet man unzählige Beispiele für freimaurerische Ideen und Symbolik. Nicht nur in seinen offensichtlich masonischen Werken, sondern auch in vielen seiner bekanntesten Romane und Kurzgeschichten.“ – Literaturkritiker

Es ist dabei aber auch wichtig zu beachten, dass Twains Beziehung zur Freimaurerei nuanciert und komplex war, voll von Anerkennung, Skepsis und Kritik. Es ist eine Beziehung, die sich über viele Jahre entwickelte und sich in seinen Schriften auf unterschiedliche Weise manifestierte. Dieser Artikel versucht, diese Beziehung genauer zu betrachten und den Einfluss der Freimaurerei auf Twains Leben und Werk zu diskutieren.

Um einen klaren Überblick über die subtile Verbindung von Mark Twain und Freimaurerei zu bekommen, lohnt es sich, zuerst seine Biographie unter dem Blickwinkel der Freimaurerei zu betrachten. Für viele war Twain einfach ein bekannter Autor und Literat, aber sein Einstieg in die Freimaurerei ist ein oft übersehener Aspekt seines Lebens und seiner literarischen Karriere. 

Eintritt in die Freimaurerei 

Es ist unbestreitbar, dass Mark Twain tatsächlich ein Freimaurer war. Laut verfügbaren Berichten wurde er im im September 1861 mit 23 Jahren, zu einem Zeitpunkt, als die Freimaurerei in Amerika gesellschaftlich anerkannt war in einer Freimaurerloge aufgenommen.

Seine Mitgliedschaft bestand im Polar Star Lodge No. 79 A.F.& A.M. in St. Louis, Missouri, (Lehrling am 22. Mai 1861, Geselle am 12. Juni 1861, Meister am 10. Juli 1861). Später wurde er suspendiert und am 24. April 1867 wieder eingesetzt.

Twain war zutiefst von den Prinzipien der Freimaurerei – Freundschaft, Mitleid und Wahrheit – beeindruckt und spiegelte diese Werte in vielen seiner berühmten Werken wider. Obwohl die Gründe, die ihn zur Mitgliedschaft bewogen, nicht ausdrücklich dokumentiert sind, können wir aus seinen Schriften und aus seinen Interaktionen und Freundschaften mit anderen Freimaurern schlussfolgern, dass er eine starke Affinität zur Gemeinschaft und zu den Idealen der Freimaurerei empfunden hatte. 

Auf einer seiner ersten Reisen durch Europa und den Nahen Osten soll Twain vom Libanon und seiner Verbindung zur Freimaurerei sehr beeindruckt gewesen sein. Am Ende besorgte er ein Stück Zeder und ließ daraus einen Hammer machen, den er an den Stuhlmeister seiner Mutterloge schickte.

Es gibt Briefe und Tagebücher von Mark Twain, in denen er über die Freimaurerei spricht. In einem Brief an seinen Freund William Bowen vom 23. Juni 1861 erwähnt Twain seine Mitgliedschaft und schreibt über seine Erfahrungen in der Loge. Er beschreibt die Freimaurerei als eine Geheimgesellschaft mit einer reichen Tradition und betont die Bedeutung von Brüderlichkeit und moralischer Entwicklung. Twain zeigt Interesse an den Ritualen und Symbolen der Freimaurerei und erwähnt, dass er an verschiedenen Zeremonien teilgenommen hat. Dieser Brief gibt uns einen Einblick in Twains persönliche Beziehung zur Freimaurerei und sein Interesse an ihren Prinzipien und Traditionen.

Des Weiteren gibt es auch Tagebucheinträge von Mark Twain, in denen er über die Freimaurerei spricht. In seinem Tagebuch vom 12. Februar 1870 erwähnt Twain seine Teilnahme an der Arbeit einer Freimaurerloge in San Francisco. Er beschreibt seine Eindrücke von den Treffen und erwähnt, dass er die Freimaurerei als eine Gemeinschaft von Männern betrachtet, die sich für moralische Werte und gegenseitige Unterstützung einsetzen. Twain zeigt auch Interesse an den philosophischen Aspekten der Freimaurerei und diskutiert über die Bedeutung von Symbolen und Ritualen. Diese Tagebucheinträge liefern weitere Einblicke in Twains Gedanken und Ansichten zur Freimaurerei.

Es ist wichtig anzumerken, dass Mark Twain in seinen Briefen und Tagebüchern keine ausführlichen Abhandlungen über die Freimaurerei verfasst hat. Seine Erwähnungen sind eher persönlicher Natur und geben uns einen Einblick in seine eigene Mitgliedschaft und seine Gedanken dazu. Twain war jedoch bekannt für seine satirische und humorvolle Schreibweise, und es ist möglich, dass er die Freimaurerei in seinen Werken auf subtilere Weise thematisiert hat. 

Einfluss der Freimaurerei auf Twains Schriften 

Twains Eintritt in die Freimaurerei hat zweifellos seine literarische Arbeit beeinflusst. In seinen Schriften finden wir zahlreiche Hinweise auf freimaurerische Konzepte und Ideen, vor allem in Werken wie „Tom Sawyer“ und „Die Abenteuer des Huckleberry Finn“. Verschiedene freimaurerische Symbole, wie der Verweis auf das „Auge der Vorsehung“ in „A Connecticut Yankee in King Arthur’s Court“, legen nahe, dass die Freimaurerei für Twain eine inspirierende Weltanschauung war. 

Als erfahrener Freimaurer war sich Twain der Bedeutung symbolischer Darstellungen, Rituale, ethischer Grundsätze und des Verständnisses von Bruderschaft in der Freimaurerei bewusst. Es ist daher bemerkenswert, wie oft diese Ideale und Konzepte in seinen Romanen und Erzählungen auftauchen. 

Ein Werk, das Twains Interesse an der Freimaurerei zeigt, ist sein Essay ‚Three Thousand Years Among the Microbes‚. In diesem Essay vergleicht er die menschliche Gesellschaft mit einer Freimaurerloge und stellt die Frage, ob die Freimaurerei ein Modell für eine bessere Gesellschaft sein könnte. Twain betrachtet die Freimaurerei als eine Möglichkeit, die Menschen dazu zu bringen, zusammenzuarbeiten und sich für das Gemeinwohl einzusetzen. Er zeigt jedoch auch die Schwächen und Widersprüche der Freimaurerei auf und hinterfragt kritisch ihre Rolle in der Gesellschaft.

Ein weiteres Werk, das oft in Zusammenhang mit der Freimaurerei diskutiert wird, ist Twains Roman ‚A Connecticut Yankee in King Arthur’s Court‘. In diesem Roman reist der Protagonist Hank Morgan zurück ins Mittelalter und nutzt sein Wissen und seine Fähigkeiten, um die Gesellschaft zu verändern. Einige Forscher interpretieren diesen Roman als eine allegorische Darstellung der Freimaurerei, in der der Protagonist als ein ‚Meister‘ der modernen Technologie und Ideen dargestellt wird, der versucht, die mittelalterliche Gesellschaft zu reformieren und eine bessere Welt zu schaffen.

Kritische Betrachtung von Twains Verhältnis zur Freimaurerei 

„Trenne dich nicht von deinen Illusionen. Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren, aber aufgehört haben zu leben.“

Aber seine Beziehung zur Freimaurerei war nicht nur eine Frage von Bewunderung und Zustimmung. In seinen späteren Jahren war Twain zunehmend kritischer gegenüber der Freimaurerei, insbesondere in Bezug auf ihre rituellen Praktiken und Geheimnisse. So schrieb er in seinem unterschätzten und selten diskutierten Essay „Der Mann, der nicht sein Geld wert war“, dass er die Freimaurerei als eine Institution sah, die zu sehr auf dem Prinzip der Hierarchie beruht. 

Die Herausforderung für die heutigen Leser seiner Werke liegt nicht nur darin, diese freimaurerischen Überlegungen zu erkennen, sondern auch zu verstehen, wie sie mit Twains eigenen philosophischen und moralischen Überzeugungen verflochten sind. Es ist eine komplizierte und vielschichtige Frage, die sicherlich weiterer Untersuchungen und Diskussionen bedarf.

Wir können schließen, dass trotz aller Zweideutigkeiten und Widersprüche die Freimaurerei eine wesentliche Rolle im Leben von Mark Twain spielte und seine literarische Arbeit auf bedeutungsvolle Weise beeinflusste.

Die genaue Natur dieser Beziehung ist jedoch von einer Aura des Geheimnisses umgeben, die hauptsächlich auf die diskrete Natur der Freimaurerei zurückzuführen ist. 

Portrait Marc Twain KI generiert

J.B. Roehrle Avatar

One response to “Mark Twain und die Freimaurerei: Ein unbeachtetes Kapitel”

  1. […] Welt der Literatur und die Welt der Freimaurerei haben oft und auf einer Vielzahl von Ebenen miteinander interagiert. Ein bemerkenswerter und oft […]

Leave a Reply

J.B. Röhrle

The author is an entrepreneur, lawyer, and humanist. He has been active in various roles within Freemasonry for over two decades. He would like to know what holds the world together at its core, but he doesn't know. Possibly also because he didn't pay close attention in high school physics class. Instead, during that time, he wrote love poems without much success. The poems are no longer findable and are presumably lost to posterity forever.

Discover more from Naometria

Subscribe now to keep reading and get access to the full archive.

Continue reading